Mein Beruf : von 1981 bis 2011, also 30 Jahre lang arbeitete ich als Hausbesorger der Gemeinde Wien,

in einer grossen Wohnhausanlage mit ca. 1000 Wohnungen (35 Stiegen) und ca. 3000 - 4000 Bewohnern. Mit viel Grün und Spielplätzen.

Naturgemäß war ich als Hausbesorger von den Freuden des Winters in der Stadt nicht so begeistert (schneeräumen, streuen etc.) !


Mein erlernter Beruf :

Ich erlernte in den Jahren 1969 - 1972 den Beruf eines Kühlmaschinen- u. Haushaltsgerätemechanikers bei der Firma Bosch in Wien 11. Geiereckgasse den ich mit der Facharbeiterprüfung erfolgreich abschloß.

Ich arbeitete dort mit folgenden Kollegen zusammen (jetzt nach mehr als 4 Jahrzehnten werden mir nicht mehr alle einfallen und ich hoffe, die die ich vergaß werden nicht beleidigt sein falls sie das lesen) :

die Meister Herr Rudolf und Herr Luhan, Herr Zabransky, Herr Lexa, Herr Petru, Herr Hubert, Herr Maier, Herr Mikoska der einen MG oder einen Triumph Spitfire fuhr, Herr Müller, der nebenbei an seinem Ingenieur lernte (Abend-HTL)und einen alten Käfer fuhr (würde mich interessieren ob er den Ing. geschafft hat und was er heute macht !).

Weiters Kollegen, die als ich begann noch Lehrlinge waren :

Gernot Seltenhammer mit dem ich später alleine in der Kleingeräteabteilung zusammenarbeitete, Franz Beraus, Jekl Karl der nebenbei Ralleys fuhr, und Lehrlingskollegen, die zugleich mit mir begannen :

Katzmayer Hannes, und Hirtum Rudolf

und schließlich einer der später als ich als Lehrling begann:

Lutzer Johann, von dessen Vater ich mein erstes Auto um 1000.- S kaufte, und der mir mein Moped abkaufte, mit dessen Erlös ich meinen Führerschein bezahlte.

Ich wurde in der Firma damals mit dem Spitznamen "James" gerufen.

Außerdem kannte ich vom Büro den damaligen Chef Hr. Reischel u. Frau Skrobanek (damals mit Simca 1100) und Herr Bukowski mit dem roten Cabrio.

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich ehemalige Kollegen oder damalige Vorgesetzte, die das heute lesen, bei mir melden würden um etwas zu "plaudern" über das was sich zwischenzeitlich ereignet und verändert hat, bzw. um meine Liste der ehemaligen Kollegen zu vervollständigen.

E-Mail : bonsaibiker@gmx.at

Da ich als ausgelernter Kühlmaschinen und Haushaltsgerätemachaniker dann viel weniger verdiente als man mir bei der Aufnahme als Lehrling versprochen hatte, verließ ich ein halbes Jahr nach erfolgreichem Abschluss der Facharbeiterprüfung die Firma Bosch


und arbeitete danach 2 Jahre lang als Lagerangestellter bei der Fa. Österreichische Armaturen AG in der Schemmerlstrasse auch wieder im 11. Bezirk, wo ich wesentlich besser vediente.


Anschließend arbeitete ich wieder ca. 2 Jahre lang als "Farbreiber" bei der Fa. Tefilak im 10. Bezirk, eine kleine Firma die Farben und Lacke herstellte. Wieder konnte ich mich finanziell deutlich verbessern.


Danach gefiel es mir nicht mehr so wirklich immer in einer Werkstatt etc. zu arbeiten, weshalb ich als Plakatierer bei einer Werbeagentur als Plakatierer arbeitete.

Erstens konnte ich es mir wieder finanziell stark verbessern und zweitens gefiel mir an dieser Tätigkeit, daß ich erstmals ein Firmenauto zur Verfügung hatte, mit dem ich auch privat fahren durfte, und das Gefühl der Freiheit : ich fuhr in Wien herum, hatte eine Adressenliste der neu zu beklebenden Plakatflächen und konnte mir selbst einteilen wann ich wohin fuhr etc. Wenn es einmal regnete konnte ich zu Hause bleiben ohne den Chef anrufen zu müssen, mußte aber natürlich bei wieder schönerem Wetter dann das versäumte einbringen.


Nach insgesamt 12 Jahren in der Privatwirtschaft bewarb ich mich bei der Gemeinde Wien um einen Hausbesorgerposten, den ich nach geraumer Wartezeit auch bekam.

Seit 1981 (bis zu meiner Pensionierung im Jahr 2011), war ich Hausbesorger der Gemeinde Wien

In einer 1980-1982 erbauten Wohnhausanlage im 10. Wiener Gemeindebezirk, dem "Karl Wrba-Hof", benannt nach einem ehemaligen Bezirksvorsteher von Favoriten.

Auf dem obenstehenden Foto ist mein (ehemaliger) Block bestehend aus 3 Stiegen von der Neilreichgasse aus zu sehen.

Mein Aufgabenbereich war sehr vielfältig . Das begann mit der Reinigung der 10-stöckigen (inkl.Keller u. Dachgeschoß) Stiegenhäuser, von denen ich 3 hatte, Höfe, Spielplätze (5 in meinem Bereich) Sitzplätze, Gehsteige, Keller, Waschküchen u.v.a.m., ging dann weiter zu Schneeraümung im Winter und zur Gartenbetreuung in Sommer, Kontrolle und Reinigung der Aufzüge bis hin zu kleineren Reparaturarbeiten wie kaputte Lampen (ca.300 Beleuchtungseinheiten in meinem Bereich) wechseln, Türschloßzylinder erneuern, Türschließer einstellen und vieles mehr.

Außerdem waren viele administative Arbeiten zu erledigen, wie (früher) das Zinsinkasso, sowie die Ablesung der Waschmünzzähler und die Abrechnung der Waschmünzen (beides seit einigen Jahren eingestellt), Schadensmeldungen an die Magistratsabteilung bzw. den Wohnberater (früher Hausinspektor), Urgenzen bei Handwerkerfirmen, Ablesung und Kontrolle der Wasserzähler usw.

Für manche Mieter muß ein Hausbesorger folgendes sein: Hauswart, Putzmann, Fensterputzer, Postler, Psychologe, Schneeschaufler, Aufzugswart, "Chef de Müllraum", Gärtner, Bote, Schlosser, Tischler, Elektriker, Streitschlichter, Tröster, Heizungwart, Kindererzieher, Fäkalienentferner oder Kumpel.
Leider wird man manchmal auch als Feind, Fußmatte und ähnliches betrachtet. Es gibt auch manche Mieter die denken unsere Arbeitszeit ist von 0.00 bis 24.00 Uhr, WOMÖGLICH für ein BUTTERBROT !

Naja ist nicht so ernst gemeint, aber es gibt Mieter die so denken !

Zum Thema Bezahlung ist finde ich, folgendes zu beachten : Bei jedem anderen Beruf wo es DIENSTBEREITSCHAFT (Ärzte, Rettung, Feuerwehr, Installateurnotdienste, Elektrikernotdienste, Schlüsseldienste u.v.m.) gibt, WIRD DIESE AUCH BEZAHLT, vielleicht nicht immer so hoch wie richtiger Dienst, aber doch ! Es wird oft hochgespielt, daß manche Kollegen soviel verdienen : Nur 10% der Wiener Hausbesorger verdienen mehr als 700 € (früher 10.000.- ATS) pro Monat ! Und die wirklichen Spitzenverdiener, die man an ein paar Händen abzählen kann, sind solche die außer den oben erwähnten Arbeiten auch noch eine hauseigene Heizanlage (also keine Fernheizung haben) betreuen müssen (also extra ausgebildete Heizungswärter sind) und deshalb praktisch NIE für mehr als ein paar Stunden DAS HAUS VERLASSEN dürfen !

Wir Hausbesorger sind, wenn wir zu Hause sind, IMMER IN BEREITSCHAFT FÜR NOTFÄLLE (wenn wer im Lift steckt, wenn Stromausfall im Hof oder Stiegenhaus ist, bei Wassergebrechen, wenn wer wo mitten im Weg erbrochen, oder Fäkalien hinterlassen hat oder Glasscherben liegen, wird der Hausbesorger, wenn ihn jemand davon in Kenntnis setzt, sicher unmittelbar in Ordnung bringen).

Wir haben also JEDE NACHT, JEDES WOCHENENDE, JEDEN FEIERTAG Bereitschaft ! Jeden Tag UNTERTAGS SOWIESO.

Ausser die paar Wochen des Jahres die wir im Urlaub waren, und selbst da gab es mitunter Mieter, die das nicht respektierten (daß auch ein Hausbesorger Recht auf Urlaub hat) und selbst dann läuten (das Vertretungsplakat an Wohnungstür und Haustoren geflissentlich übersehend) wegen irgendwelcher Kleinigkeiten, nur weil ihnen die paar Schritte zum nächsten Kollegen (Urlaubsvertretung) zu weit sind !

Die seit einiger Zeit in den Medien stattfindende HETZKAMPAGNE GEGEN HAUSBESORGER bringt, wegen einiger schwarzer Schafe, die es wohl in jedem Beruf gibt, einen ganzen Berufsstand in Verruf !

Aber es gibt genug Mieter die sich davon nicht aufhetzen lassen, und die zu schätzen wissen, einen ANSPRECHPARTNER IM HAUSE ZU HABEN, der bei Bedarf einiges selbst behebt und wenn das nicht möglich ist, SCHNELLMÖGLICHST die jeweils zuständigen Handwerker verständigt.

Seit es immer weniger Hausbesorger gibt (weil im Jahr 2000 von der blau/schwarzen Regierung das Hausbesorgergesetz sang-u. klanglos abgeschafft wurde) und die Arbeit der in Pension gegangenen KollegInnen von Firmen erledigt wird, sehen die Mieter den Unterschied : Wenn Schnee gefallen ist oder es eisig ist, kommen die Firmen manchmal erst um 11 h (weil sie ja nicht überall zugleich sein können), wir hingegen sind im Normalfall um 6 h Früh fertig mit der Räumung oder dem Streuen !

Oder wenn im Haus oder im Hof z.B. Exkremente von Hunden herumliegen (was leider ziemlich häufig vorkommt), bleibt das jetzt oft bis zu einer Woche liegen, da die Reinigungfirma ja nur einmal wöchentlich kommt - der anwesende Hausbesorger kann - sofern er davon in Kenntnis gesetzt wird, oder es bei der Arbeit selbst sieht, das sofort beseitigen !
Dasselbe bei defekten Glübirnen etc. etc.

Wir restlichen Hausbesorger merkten deutlich, daß die Mieter uns noch brauchen würden, denn fast täglich kamen Mieter von schon "verwaisten" Stiegen zu uns und wollten gewisse Hausbesorgerdienste und Gefälligkeiten von uns, die wir teilweise leider nicht mehr erfüllen können, da wir von deren Rayon meist gar keine Schlüssel etc. besitzen.

Diese ziehen dann meistens ziemlich ratlos wieder von dannen und wissen nicht wie sie zu dem kommen was sie benötigen würden......

Schade, daß diese Mieter sich nicht gegenüber der Hausverwaltung wehren, wenn ihnen der Hausbesorger "weggenommen" wird.

Daß sich die Mieter Kosten ersparen wenn es keinen Hausbesorger bei ihnen mehr gibt, hat sich längst als unrichtige Behauptung herausgestellt !

So gehörte ich also leider zu einer aussterbenden Berufsgruppe.....


www.hausbesorger.at

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Zuletzt bearbeitet : 07.03.2016